René
24.06.2015 von René

Wie viel kann man mit einem Webshop verdienen?

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Wie bei jedem Start eines neuen Unternehmens müssen Sie zunächst erreichen, den Shop an Bekanntheit gewinnen zu lassen und Ihre neuen Kunden mit einem guten Service zu behalten. Je nach angebotener Ware, der Zielgruppe und der Zeit, die Sie investieren können, kann die schwere Anfangszeit unterschiedlich lang ausfallen.

Für die Kalkulation der Wirtschaftlichkeit findet man Berechnungsgrundlagen, die Ihre gesteckten Ziele und deren Kosten gegenüberstellt. Dennoch hilft es zu diesem Zeitpunkt, eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Recherchieren Sie Zahlen und Fakten, beobachten Sie den Markt und schätzen Sie Ihr Geschäft ein. Hier können Sie sich auch einen realistischen Zeitrahmen setzen. Sollte der Shop dann noch zu wenig Umsatz generieren und Ihre Zahlen die gesteckten Ziele nicht erreichen, müssen Sie dringend Ihre Strategie überdenken.

Gründerinitiativen und Banken können Ihnen Richtwerte zur Verfügung stellen und mit deren Hilfe lässt sich ein Businessplan aufstellen. Sinnvoll ist es, besonders vor der Eröffnung eines Onlineshops zu prüfen, wie viele Bestellungen beziehungsweise wie viel Umsatz Sie denn tatsächlich generieren müssen, damit alle Kosten gedeckt sind und Sie die Gewinnschwelle überschreiten. Vor der Anfertigung eines Businessplans ist es unerlässlich, den erwarteten Absatz realistisch vorzugeben oder die Fixkosten für den Betrieb des Onlineshops zu schätzen. Diese Zahlen sind die Grundlage aller Berechnungen und der aufzuwendenden Mittel. Hinsichtlich der Ausgaben und Abschreibungen kann berechnet werden, wie viele Bestellungen pro Tag oder Monat für einen wirtschaftlichen Betrieb notwendig sind beziehungsweise mit welchen Kosten zu rechnen ist, um die angestrebte Menge an Waren absetzen zu können. Der so genannte Deckungsbeitrag wird für die Kalkulation der Erträge herangezogen. Er definiert den Betrag, der nach Abzug aller variablen Produktkosten für die Deckung der monatlichen Fixkosten zur Verfügung steht. Er muss demnach auf jeden Fall positiv ausfallen. Wenn dem nicht so ist, müssen Sie dafür sorgen, dass die variablen Produktkosten gesenkt werden oder der Verkaufspreis angehoben wird. Wenn wir von einem linearen Anstieg des Umsatzes ausgehen, weil Sie zum Beispiel regelmäßig Werbung schalten, lässt sich auch der Zeitpunkt des Break-Even-Points abschätzen.

Wenn Sie einen Webshop starten, setzen Sie sich Ziele, die einen wirtschaftlichen Betrieb zulassen und Sie von Ihrem Nettogehalt als Geschäftsführer oder Inhaber leben können. Wir setzen jetzt voraus, dass Sie als Betreiber vieles richtig machen, also Werbung schalten, einen guten Kundenservice bieten und die Preise Ihrer angebotenen Waren konkurrenzfähig sind. Wir beschreiben hier ein typisches Beispiel eines E-Commerce-Start-ups im Idealfall. Die genannten Zahlen sind keine Richtwerte für andere Fälle, sondern dienen nur der Anschaulichkeit und dem Verständnis.

Eventuell haben Sie für die Erstellung einen Kredit aufgenommen, den Sie bei einer Laufzeit von vier Jahren und einer Höhe von 10.000 Euro mit monatlich zirka 300 Euro in Raten abzahlen. Zusätzlich haben Sie monatliche Betriebskosten dafür in Höhe von 200 Euro. Somit haben Sie für den Onlineshop mit Ausgaben von 500 Euro monatlich zu rechnen. Hinzu kommen alle weiteren Unternehmensfixkosten. Dazu werden in der Anfangszeit die Kosten für Kommunikationsmittel, Versicherungen und Grundpauschalen für Zahlungsdienstleister zählen sowie die Warmmiete für ein Büro oder Lager. Zu diesen Kosten rechnen wir Ihre Personalkosten im Moment noch nicht hinzu. Vereinfacht wäre der Betriebsgewinn Ihr zu versteuerndes Einkommen, solange es sich noch nicht um eine Kapitalgesellschaft handelt. Wir nehmen für die anfängliche Summe der Unternehmensfixkosten 700 Euro an, denn Sie arbeiten allein und noch von der eigenen Wohnung aus.

Sie bieten zu Beginn in Ihrem Onlineshop nur eine Art von Produkten an, deren Stückdeckungsbeitrag bei 10 Euro liegt. Diese Größe entspricht der Differenz aus dem Verkaufspreis und den variablen Stückkosten, in diesem Fall dem Einkaufspreis und wird auch Rohertrag genannt. Zur Vereinfachung können die Kosten für Verpackung und Versand den Fixkosten einer Produktgruppe zugerechnet werden. Sie können die Bestellungsmenge anfänglich auch abschätzen und die Kosten zu den variablen Stückkosten addieren. Falls für diese Produktart ein eigenes Lager eingerichtet und Personal eingestellt wird, können Sie ebenso verfahren. Zu den Produktfixkosten zählen aber auch die Ausgaben für Retouren, deren Kosten je nach Branche einen hohen Rohertrag erheblich schmälern können.

Aus den beiden Größen Unternehmensfixkosten und Deckungsbeitrag der Produkte lässt sich nun die Absatzmenge bestimmen. In diesem Fall müssen Sie also 70 Stück Ihrer Ware pro Monat verkaufen, um ein positives Betriebsergebnis zu erhalten. Alles, was nun über dieser Menge verkauft wird, ist dann Ihr Bruttogewinn. Mit Hilfe dieser Berechnungsmethode können Sie nun Einflüsse bei Veränderungen einzelner Komponenten auf Ihren Betriebsgewinn kontrollieren. So können Sie prüfen, ob ein reduzierter Verkaufspreis mit einer eventuell damit verbundenen Steigerung des Absatzmenge einen besseren Deckungsbeitrag erzielt. Mit Hilfe des Deckungsbeitrags ließe sich auch die Rentabilität von Strategieänderungen und Marketingmaßnahmen berechnen, zum Beispiel eine Versandkostenrabattierung.

Wenn Sie den Markt genau analysiert haben, können Sie diese Berechnung auch in anderer Richtung vornehmen. Sie gehen also davon aus, dass Sie zu Beginn pro Monat etwa 50 Bestellungen mit je zwei Produkten verkaufen können. Hieraus ließe sich der Deckungsbeitrag berechnen und bietet Ihnen die Grundlage, die Unternehmensfixkosten zu kalkulieren.

Typische Unternehmensfixkosten eines kleinen Start-ups

Servermiete

Steuerberater

Dienstleistergrundbeträge

Abschreibungen für PC u.a.

Miete

Kosten für die Benutzung des Privat-PKW

Strom

Kreditraten / Leasingraten

Kommunikation (Telefon, Handy, Internet)

Bürobedarf

Versicherungen

Kammerbeiträge

Personalkosten

Wartungspauschalen

Typische variable Produktkosten

Verpackungsmaterial

Wareneinkauf

Versandkosten

Personalkosten

Lagerkosten

Kosten für die Benutzung des Privat-PKW

Materialeinsatz

Maschineneinsatzkosten



Berechnung des Betriebsgewinns (alle Werte in Euro)

Produkt 1

Produkt 2

Verkaufspreis

40

50

- variable Produktkosten

30

30

= Stückdeckungsbeitrag

10

20

x Absatzmenge

200

60

= Deckungsbeitrag

2000

1200

Summe der Deckungsbeiträge

3200

- Unternehmensfixkosten

700

= Betriebsgewinn

2500


Sofern Sie mit diesen Berechnungsmethoden ein durchweg positives Ergebnis erhalten, ist der Weg frei, mit dem Webshop Geld zu verdienen. Bedenken Sie aber auch nicht vorgesehene Kosten wie Anwaltshonorare und Wartungsarbeiten am Onlineshop. Sie sollten auch im Sinne der Stabilisierung Ihres Geschäfts einen Teil Ihres Betriebsgewinns in die Erweiterung und Verbesserung des Shopsystems investieren.

Wenn Sie derzeit eine Geschäftsidee haben oder stationär Waren verkaufen, können Sie jetzt vorab prüfen, ob der Vertrieb im Internet ein rentables Geschäft werden kann. Für weitere Fragen oder falls Sie eine wirtschaftlich interessante Geschäftsidee umsetzen lassen möchten, können Sie uns gerne über das Kontaktformular eine Nachricht zukommen lassen oder einen Telefontermin vereinbaren.