René
26.06.2015 von René

Welches Shopsystem sollte verwendet werden?

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Die Auswahl an reinen Shopsystemen und Content Management Systemen, die Verkaufsfunktionen als Zusatzoption bieten, ist groß. Systeme wie Hybris und Intershop sind auf Umsätze in mehrstelliger Millionenhöhe ausgelegt und für Gründer auf Grund Ihrer Anschaffungs- und Betriebskosten uninteressant. Dazu bieten Anbieter wie websale.de im Netz einen eigenen Onlineshop als SaaS (“Software as a Service”) an. Man kauft also keine Software, sondern erhält gegen eine monatliche Gebühr einen Account in einem System, welches die typischen Funktionen eines Onlineshops beinhaltet und vom Anbieter gewartet wird. Die Preise richten sich meistens an der Anzahl der angeboteten Artikel oder werden über Verkaufsprovisionen erhoben. Solche Mietshops erleichtern den Einstieg, haben aber einige Nachteile, die wir später im Text erläutern werden. Die reinen Webshopsysteme, die als Softwarepaket bezogen und auf einem eigenen Server installiert werden, bieten dem Gründer alle Möglichkeiten und Vorteile. Die Zukunft der bekannten Systeme XT:commerce und Magento ist unsicher. Entweder lässt die Weiterentwicklung zu wünschen übrig oder eine unklare Unternehmenspolitik der Hersteller verhindert eine solide Planung eines solch langfristigen Projekts wie einem eigenen Onlineshop. Wir als Agentur haben uns auf die Systeme Oxid und Shopware spezialisiert, da die derzeitigen Entwicklungen auf aktuellem Niveau stehen und eine Zusammenarbeit und Unterstützung seitens der deutschen Herstellerfirmen über Jahre hinaus gewährleistet ist.

Die Suche nach dem geeigneten Grundsystem für Ihren Webshop hängt von den Anforderungen und den finanziellen Mitteln ab. Doch bevor man anhand der reinen Lizenzkosten eine Entscheidung trifft, sollten Sie die unterschiedlichen Funktionen der Systeme und deren Einsatzzweck für das eigene Projekt genauer betrachten.

So haben Sie in jedem Fall die Möglichkeit, einen Onlineshop aufzubauen, Kategorien und Artikel mit notwendigen Attributen wie Bildern und Preisen anzulegen und die Ware über einen Warenkorb und einen Checkout-Prozess mit Zahlung und Adresseingabe zu verkaufen.

Auch mit den Mietshops bekannter Hostinganbieter können Sie Ihre Artikel so vertreiben, sofern Ihnen die oben genannten minimalen Grundfunktionen des E-Commerce ausreichen und die Artikel und Bestellungen im überschaubaren Rahmen bleiben. Mit dieser Ausstattung werden Sie im Internet aber nur ein Anbieter von vielen sein. Um sich von der Konkurrenz abzuheben und den Kunden dazu zu bewegen, in Ihrem Webshop einzukaufen, sollte das Shopsystem weitere Möglichkeiten bieten. Zudem muss die Funktionalität im Backend stimmen, also dem internen Zugang zum Shop, unter dem Sie die Inhalte editieren und Bestellungen bearbeiten können. Viele dieser Funktionen werden Sie für Ihre tägliche Arbeit benötigen. Eine komfortable Bedienung und Erweiterbarkeit des Shops ist also auch für Sie als Betreiber ausschlaggebend für die Entscheidung.

Sofern es sich um ein eigenständiges System handelt, lässt es sich um nahezu alle benötigten Features erweitern. Individuelle Programmierarbeiten können dann zum entscheidenden Kostenfaktor werden, sofern Sie diese bei einer Agentur in Auftrag geben. Hier lohnt sich ein Blick auf die Ausstattung des Systems, die bereits angebotenen Erweiterungen und die Unterstützung seitens des Herstellers. Die einzelnen Kriterien möchten wir nun erläutern.

Ob eine Installation notwendig ist, hängt vom Geschäftsmodell des Herstellers beziehungsweise Anbieters ab. Bei Mietangeboten müssen Sie sich um die Installation und Servereinrichtung keine Gedanken machen. Diese Arbeiten werden, wie bei allen Massenprodukten üblich, zentral gesteuert. Ihnen wird nur ein Zugang eingerichtet, unter dem Sie die Inhalte des Shops im Rahmen der vom Betreiber eingerichteten Funktionen bearbeiten können. Die eigenständigen Shopsysteme wie Oxid oder Shopware müssen auf einem eigens dafür gemieteten Server installiert und eingerichtet werden. Die Anschaffungskosten und die Lizenzkosten sind demnach höher. Der Vorteil ist aber, dass Sie dann im Besitz Ihres eigenen individuellen Shops sind und nahezu unbegrenzt dessen Funktionen und Erscheinungsbild auf Ihre Bedürfnisse anpassen und erweitern können. Bei einem Mietshop werden Sie keine Möglichkeit haben, ihn über die vom Anbieter bereitgestellten Funktionen hinaus zu erweitern und zu individualisieren. Zudem werden Sie immer von der Produktgestaltung und der verfügbaren Leistung des Anbieters abhängig sein. Bei einem Mietshop wird Ihnen der Einstieg leicht und meistens auch preiswert gemacht, doch die Abhängigkeit von der vom Anbieter bereitgestellten Funktionen und die Leistung werden Sie bei steigendem Umsatz zu einer Einrichtung und einem Umzug zu einem eigenen Shop auf Basis eines eigenständigen Shopsystems zwingen.

Das Frontend Ihres Onlineshops ist die Schnittstelle zu Ihrer Kundschaft. Als wichtigstes Marketinginstrument dient eine individuelle, übersichtliche und flexible Frontansicht der Markenbildung und Kundenakzeptanz. Doch die für den Kunden nicht sichtbaren Informationen für Suchmaschinen wird über das Frontend ausgegeben. Die großen Shopsysteme lassen Sie frei in der Gestaltung und Verwendung aller Informationen. So sollte ein Shopsystem die Optionen bieten, damit Sie als Betreiber die Seiten Ihres Shops vollständig anpassen und erweitern können. Sie sollten die volle Kontrolle über die Art und Menge der Informationen und der Form haben, wie diese dem Kunden und den Suchmaschinen präsentiert werden sollen. Je nach Shopsystem können Sie Agenturen damit beauftragen oder auf fertige Templates zurückgreifen.

Vor einer Entscheidung für ein Shopsystem sollten Sie also die bereits integrierten Oberflächen und die Ökosysteme der Hersteller vergleichen. Shopware bietet ab Werk ein responsives Design und ist damit für den mobilen Absatz über Smartphones und Tablets ohne weiteres geeignet. Da davon auszugehen ist, dass Sie das Erscheinungsbild des Shops sowieso individuell gestalten lassen wollen, müssen viele Teile davon umprogrammiert werden und der Aufwand, ein eigenes Template entwickeln zu lassen, ist bei beiden Systemen ähnlich. Anders sieht es bei der Verfügbarkeit von fertigen Templates aus, die gegen eine Pauschale gekauft und eingebunden werden können. Shopware bietet über den hauseigenen Store eine breite Palette an Themen zu moderaten Preisen an, die Sie direkt in das System integrieren können oder als Basis einer persönlichen Gestaltung verwenden können. Anbieter von Mietshops bieten nur eine überschaubare Anzahl an fertigen Vorlagen, die meist nur in der Farbe und dem Shoplogo individualisierbar sind. Grundsätzliche Marketingstrategien im E-Commerce wie ein unverwechselbarer Charakter oder die Bildung eines Alleinstellungsmerkmals sind damit nicht möglich.

Wahrscheinlich kann je nach Ihrem Anspruch eine moderne und gefällige Oberfläche mit Shopware preiswerter und dank fertiger Templates von Drittanbietern schneller realisiert werden. Um Ihren Shop aber unverwechselbar und einzigartig zu gestalten, ist die Höhe der nötigen Agenturarbeiten bei Oxid und Shopware in etwa gleich. Mietshops bieten diese Möglichkeiten nicht.

Mit dem Backend, der Schaltzentrale Ihres Onlineshops werden Sie permanent arbeiten, solange Sie auf eine externe Warenwirtschaft und Auftragsbearbeitung verzichten können. Eine schnelle und intuitive Bedienung wird Ihnen somit viel Zeit und Organisationsaufwand sparen. Die Oberfläche des Shopware-Backends ist übersichtlich und sinnvoll gegliedert. Die Performance des verwendeten Javascript-Frameworks ExtJS lässt jedoch in manchen Situationen zu wünschen übrig. Das Backoffice von Oxid verfolgt eine andere Logik und bietet mehr technische Anpassungen, reagiert dafür aber schneller auf Benutzereingaben.

Wie schon weiter oben angesprochen, sollte ein Shopsystem gewählt werden, welches mit seiner Ausstattung die benötigten Funktionen am besten abdeckt und somit Zeit und Kosten für Individualprogrammierungen so gering wie möglich hält. Einige wichtige Funktionen erlauben Ihnen Einsparungen im Personal dank automatisierter Prozesse. Die niedrigeren monatlichen Fixkosten werden schon nach kurzer Zeit die höheren Anschaffungskosten amortisieren. Doch oft erkennt man die Tauglichkeit eines Systems nicht auf den ersten Blick oder Funktionen sind nur teilweise auf die Bedürfnisse abgestimmt, können mit wenig Aufwand aber für Ihre Zwecke verwendet werden. Deshalb sollten Sie auf jeden Fall vor der Entscheidung mit einer Agentur Kontakt aufnehmen. Zugunsten der Objektivität sollten Sie sich für eine Agentur entscheiden, die mehrere Shopsysteme anbietet und in Ihrem Sinne die beste Lösung für Sie abwägen kann.

Neben den bereits enthaltenen Funktionen sollte auch das externe Angebot an Schnittstellen und Modulen von Herstellern und Drittanbietern betrachtet werden. Module sind speziell für den Einsatz im jeweiligen System vorbereitete Erweiterungen, die die Funktionen eines Dienstleisters integrieren, fehlende Methoden ergänzen oder die Benutzung des Systems vereinfachen. Partner und Dienstleister, auf deren Angebot und Daten Sie zurückgreifen, bieten eventuell solche Erweiterungen für das Shopsystem an, um den Austausch zu automatisieren. So lassen sich zum Beispiel Paketmarken im Shopbackend ausdrucken und die Sendungsnummern automatisch an die Kunden senden. Besonders diese Automatismen erleichtern Ihre tägliche Arbeit und machen die Investitionen für diese Schnittstellen schnell rentabel. Prüfen Sie, welche Module für die Shopsysteme erhältlich sind und stellen Sie die Kosten für die Module den eventuell nötigen Ausgaben für eine individuelle Programmierung gegenüber, falls es für einen Anwendungsfall noch kein fertiges Plugin gibt. Besonderes Augenmerk sollten Sie zu Beginn auf die Zahlungs- und Logistikpartner legen.

Die Lizenzmodelle der Hersteller gängiger Shopsysteme unterscheiden sich besonders hinsichtlich der Einsatzzwecke. So findet man Preise, die für einen Shop domainabhängig kalkuliert werden oder die Größe und Leistungsfähigkeit berücksichtigen. Die Höhe der Kosten müssen mit den zuvor beschriebenen zusätzlichen Arbeiten abgewogen werden.

Grundsätzlich entscheiden folgende Punkte die Wahl eines geeigneten Shopsystems:

  • Welches Lizenzmodell passt am besten und wie flexibel ist es für die Zukunft?
  • Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es?
  • Welche Suchmaschinenoptimierungen bietet das System?
  • Welche Unterstützung und Vereinfachungen bieten die Funktionen des Systems für Ihre tägliche Arbeit? Welche internen Prozesse können damit automatisiert werden?
  • Wie aufwändig ist die Integration in bereits vorhandene Infrastruktur?
  • Welche Schnittstellen zu externen Dienstleistern und Software sind verfügbar?
  • Wie viele Besucher pro Tag werden erwartet? Wie hoch ist die Leistung des Systems?
  • Welche Art von Artikeln werden verkauft (z.B. konfigurierbare Artikel)?
  • Wie viele Personen bzw. Abteilungen arbeiten mit der Software?
  • Welche Art von Daten erhalten Sie von Lieferanten und Produzenten?
  • Welche Zahlungsoptionen sollen angeboten werden?
  • Wie hoch ist der Wartungsaufwand?
  • Wie zukunftssicher ist das System? Welche Garantien gibt der Hersteller (Updates)?
  • Welche Kosten verursacht der laufende Betrieb? 

Zum Abschluss möchten wir Ihnen anhand eines eindrucksvollen Beispiels die Bedeutung der Systemwahl verdeutlichen:

Dank einer bereits integrierten Schnittstelle zum Logistikunternehmen werden Paketlabels automatisch mit dem Lieferschein gedruckt und dem Kunden die Trackingnummer seiner Sendung per Email gesendet. Pro Sendung können so zirka 3-5 Minuten eingespart werden. Bei 20 Bestellungen pro Tag werden Sie somit mindestens Stunde weniger mit dem Versand beschäftigt sein und können sich um andere Aufgaben kümmern. In größeren Betrieben kann die Summe solcher Maßnahmen beträchtliche Summen betragen und die entstandenen Investitionen um ein Vielfaches übersteigen.

Wenn Sie Fragen zum Artikel haben oder vielleicht schon auf der Suche nach einem passenden Shopsystem sind, schreiben Sie uns einfach eine Email.