René
19.06.2015 von René

Was kostet ein Onlineshop?

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Eine der wichtigsten Fragen, die man sich stellen kann, ist die nach den Kosten für die Entwicklung und den Betrieb eines Onlineshops. Pauschale Angebote werden sich kaum finden lassen, da in den meisten Fällen auf Grund der Vielfältigkeit eine konkrete Kalkulation nötig ist. Prinzipiell gilt: “You get what you pay for!”, man bekommt so viel, wie man bereit ist, dafür zu bezahlen.

Die Kosten für die Erstellung eines Onlineshops müssen genau kalkuliert sein.

Es gibt aber gewisse Grundausstattungen und Mindestgrenzen an Investitionen, die man auf jeden Fall bezahlen muss. Alles darüber hinaus sind Punkte, die Ihren Shop individualisieren, an vorhandene Software anbinden und Ihre alltägliche Arbeit erleichtern.

Die Mindestinvestition für einen von einer Agentur aufgebauten Onlineshop kann man grob schätzen. Die Höhe der Erstellungskosten hängen maßgeblich von den gewünschten und notwendigen Funktionen ab und in wie weit zusätzliche Arbeitsstunden für individuelle Programmierung anfällt. Da in diesem Beitrag in erster Linie über Start-ups gesprochen wird, kann man davon ausgehen, dass es noch keine interne Software und keine Webseite gibt, die angebunden oder integriert werden soll.

Das E-Commerce-Projekt startet mit einem ersten Beratungsgespräch, in dem der Kunde sein Vorhaben erklärt und grob den finanziellen Rahmen absteckt, damit die Agentur ein passendes Angebot unterbreiten kann. In diesem Gespräch werden auch die Anbindungen zu Drittanbietern wie Zahlungsdienstleistern und Logistikunternehmen besprochen. Zu diesem Zeitpunkt können Ihnen die Mitarbeiter einer Agentur hilfreiche Informationen und Tipps geben, um nicht Geld in falsche Module und Dienstleistungen zu investieren.

Handelt es sich um einen kompletten Neustart, kann die Software ohne Besonderheiten auf einem gemieteten Server installiert werden. Passende Angebote für Server mit Update-Service und automatischen Backups lassen sich bei nahezu allen Betreibern von Rechenzentren in Deutschland finden. Diese Server haben für den Betrieb eines Onlineshops eine ausreichende Leistung und kosten mit SSL-Zertifikat zwischen 30 und 100 Euro monatlich. Der Preis bestimmt den Serviceumfang und die zur Verfügung stehende Rechnerleistung, die bei steigender Besucherzahl angepasst werden sollte. Zudem lassen sich mit diesen Servern alle Funktionen des Shopsystems optimal nutzen, die die Sicherheit und Schnelligkeit verbessern. Für den Betrieb benötigen Sie dann keinen eigenen Administrator. Dieser sitzt im Rechenzentrum und wird durch die etwas höheren monatlichen Gebühren von mehreren Servermietern bezahlt.

Zu den weiteren laufenden Kosten gehören Grundgebühren von Zahlungsdienstleistern und Shopsiegelanbietern.

Insgesamt sollte man mit mindestens 200 Euro im Monat rechnen, um seinen eigenen Webshop zu betreiben. Einige Anbieter wie Zahlungsdienstleister erheben zusätzliche Gebühren in Form von Provisionen ab etwa 2 %.

Die Lizenzgebühren für ein Shopsystem fallen dann an, sobald Sie professionellere Features des Systems und einen schnelleren Support benötigen. Von einigen Shopsystemen erhalten Sie so genannte kostenlose Community Editionen, die teilweise im Leistungsumfang eingeschränkt sind und bei denen keine technische Hilfe vom Hersteller zu erwarten ist.

Die Installation, grundsätzliche Einrichtung und die Optimierung der Server wird von Ihrer Agentur übernommen. Diese Arbeiten können in der Regel innerhalb weniger Tage erledigt werden. Bedenken Sie aber auch, dass alle Dienstleistungen bestellt werden müssen und deren Bereitstellungzeit einige Tage betragen kann, wie es zum Beispiel beim SSL-Zertifikat der Fall ist.

Jedes Shopsystem beinhaltet ein Standard-Layout, das Sie theoretisch so wie es ist nutzen könnten. Um sich aber durch ein charakteristisches Design von der Konkurrenz zu unterscheiden, sollten einige Arbeitsstunden in die Anpassung des Layouts investiert werden. Für einige Shopsysteme etablierte sich auch ein Markt an fertigen Layouts, die für mehrere hundert Euro gekauft werden können.

Die Agentur wird sich auch um die Einbindung und Einrichtung der gewünschten Zahlungskanäle kümmern und Sie bei der Individualisierung unterstützen. Für die Anbindung an eine eventuell vorhandene Warenwirtschaft oder weitere Schnittstellen wird die Agentur den Aufwand der Programmierarbeiten kalkulieren und Ihnen einen Kostenvoranschlag anfertigen. Zwingend notwendige Schnittstellen zu Zahlungsdienstleistern und Logistikunternehmen bieten die jeweiligen Hersteller als Module an und müssen im Shopsystem installiert werden. Wenn Sie ein eigenes Warenwirtschaftsprogramm einzusetzen wollen, kann die Agentur Sie bei der Auswahl beraten, damit eine problemlose Zusammenarbeit mit dem Shopsystem möglich ist.

Wenn Sie das Shopsystem noch nicht kennen, werden Sie um eine Schulung nicht herum kommen. Ein Mitarbeiter der Agentur wird Ihnen dabei die Funktionen des Systems erklären, so dass ein sicherer Umgang mit dem System möglich ist. Meistens haben Anfänger nach einem Tag die Grundschritte und Abläufe im Griff, sofern sie bereits Erfahrungen im Einzelhandel haben.

Wo stehen wir jetzt? Wir haben eine Lizenz eines Onlineshopsystems, welches bereits installiert, grundlegend eingerichtet und mit einem gekauften Template und Designanpassungen versehen ist:

  • Beratungsgespräch ab 400 Euro
  • Shoplizenz (z.B. Shopware) 1.290 Euro
  • Installation und Einrichtung 800 Euro
  • Gekauftes Design ab 400 Euro
  • Designanpassungen ab 1.000 Euro
  • Einrichtung gängiger Module ab 1.000 Euro
  • Schulungen und Einweisung ab 800 Euro

Diese Summe von ca. 6.000 Euro sollten Sie als minimal mögliche Investition sehen, wenn Sie eine Agentur mit dem Aufbau Ihres Onlineshops beauftragen. Die Zahl mag für Sie recht groß erscheinen, verglichen mit der Miete eines Ladengeschäfts und den Kosten dessen Inneneinrichtung ist es aber nur ein Bruchteil. Hier liegt auch ein Wettbewerbsvorteil vieler Onlineshops, Einsparungen an Investitionen über die Verkaufspreise an den Kunden weiterzugeben.

Wenn Sie aber die Kompetenzen einer Agentur voll ausschöpfen möchten, sollten Sie mit einer Summe zwischen 10.000 bis 30.000 Euro rechnen. Diesen Aufpreis bezahlen Sie für eine umfassende Individualisierung des Shops und einer exakten Anpassung an Ihre Bedürfnisse- Mit mittelfristig schnelleren Arbeitsabläufen können Sie Personalkosten einsparen.

Außerdem können Sie Ihre Produkte auch über weitere Kanäle anbieten oder besondere Aktionen und Angebote erstellen. Erst diese verkaufsfördernden Maßnahmen machen die Agenturarbeit wirklich sinnvoll, denn sie steigern Ihren Absatz besonders in der schwierigen Anfangszeit.

Vergessen Sie aber nicht die Kosten für einen Computer mit Zubehör und die Miete einer eventuell nötigen Lagerfläche. Dennoch ist die Höhe der Anschaffungskosten für einen Onlineshop verglichen mit Investitionen in ein Ladengeschäft wesentlich geringer. Auch die laufenden Kosten sind in der Regel niedriger. Dank einer mittelfristig sinnvoll ausgewählten Soft- und Hardware müssen Sie erst einmal an Ihrem Shopsystem keine Änderungen vornehmen. Wenn der Zeitpunkt erreicht ist, an dem Sie aus Leistungsgründen einen größeren Server benötigen, wird Ihr Umsatz bereits hoch genug sein, der diese Ausgaben ohne weiteres zulassen wird.

Ein Businessplan ist für den Start unerlässlich, da sich aus ihm notwendige Funktionen des zukünftigen Onlineshops ableiten lassen und so der Arbeitsaufwand, und dessen Kosten, klar definieren lässt. Dazu werden wir in einem separaten Teil dieser Reihe darauf eingehen, wie Sie wichtige Maße der Wirtschaftlichkeit Ihres Webshops berechnen und welcher Gewinn mit einem Onlineshop möglich und realistisch ist.

Haben Sie Fragen zum Artikel? Dann schreiben Sie uns! In der nächsten Folge erfahren Sie, mit welchem Aufwand Sie für Ihr E-Commerce-Projekt rechnen müssen und wie viel Zeit Sie investieren sollten.