Andreas
10.07.2017 von Andreas

“Thriving in a World of Platforms” - solutionDriver auf der K5 2017 in Berlin

Vom 22. bis 23. Juni 2017 waren Tina und Andreas auf der K5 Conference im Berliner Estrel Center zu Gast.

Unter dem Motto “Thriving in a World of Platforms” veranstaltete die K5 GmbH bereits zum siebten Mal eine der größten Future Retail Konferenzen in Europa. Selbst bezeichnen sie sich als “Lehrveranstaltung für den Handel der Zukunft” und positionieren sich damit im strategischen Einzelhandel. Ziel ist das Wachstum und die strategische Ausrichtung von alteingesessenen Einzelhändlern zu erneuern und Transformationseffekte von Startups und jungen Unternehmern aufzuzeigen?.

In diesem Jahr wartete die K5 mit 50 Vorträgen für knapp 5.000 Besucher auf. Daneben präsentierten sich auf der K5 World Expo über 100 Firmen von dem größten Retailer im E-Commerce Amazon über verschiedene E-Commerce Agenturen bis hin zum Shopsystem-Anbieter. Im Startup Village waren auch viele und junge Unternehmen vertreten, vom intelligenten Paketbeileger bis zum Conversational Commerce.

"Mut zur Lücke" und unternehmerisches Bauchgefühl - Die Learnings auf der K5

Die Digitalisierung ist inzwischen in allen Bereichen des E-Commerce angekommen. In den Vorträgen auf der K5 wurde aber klar, dass die Unternehmen die Probleme, die auftauchten, auf unterschiedliche Art und Weise lösen.

So berichtete am ersten Tag Martin Grether (Netformic) unter anderem über die “Dos, Don'ts and Learnings aus 15 Jahren E-Commerce”. Seine Kernaussage beruht auf einer einfachen Weisheit: “Mut zur Lücke”. Wichtig ist es nicht ständig alles durchgeplant zu haben, sondern auch einmal eine Bauchentscheidung zu treffen und anzufangen. Meist ist eine erste Intuition eine bessere Eingebung als ein lang geplantes Konzept, das bald überholt ist.

Ein ähnliches Ergebnis präsentiere auch Co-Founder und Geschäftsführer Max Wittrock in seiner Keynote “Erfahrungen und Learning aus 10 Jahren Mymuesli”. Mit viel Witz und Charme, 3.500,00 € Startkapital und einer Erwartung von 0% Käufern für Online-Müsli, lernten wir das Unternehmen Mymuesli auf eine intelligente und ironische Art und Weise kennen. Auch nach seiner Meinung muss oftmals das unternehmerische Bauchgefühl entscheiden. Laut Wittrock “[...] neigt der Deutsche zu Analyse-Paralyse” und vergisst darüber die eigentlichen Bedürfnisse der Kunden.

Die Gewinner des Shop Usability Awards: Shopware und Oxid

Nach viel interessantem Input endete der erste Tag mit der Verleihung des Shop Usability Awards. In vielen der zahlreichen Kategorien behaupteten sich Shopware und OXID gegenüber den anderen Shopsystemen wie JTL, Prestashop und Plentymarkets. Die Shopsysteme konnten mit ihrer Unverwechselbarkeit punkten und bieten neben der reinen Kaufentscheidung auch ein Shoppingerlebnis.

 

Der zweite, stark auf die Modebranche ausgelegte, Tag startete mit der “Breuninger Online Story”, die für den E-Commerce Bereich eine etwas andere Lösung gefunden haben. Das Modehaus möchte sich stärker am jungen Markt orientieren, hat dafür ein eigenes Digital Team aufgebaut und wird seinen Shop künftig nicht mehr mit SAP Hybris gestalten. Breuninger entwickelt ein eigenes Shopsystem, welches innerhalb der nächsten 12 Monaten live gehen soll. Ziel ist es, die Internationalisierung voran zu treiben und den Kunden beim Shoppingerlebnis emotional besser begleiten zu können.

Highlight: Vergleich der Shopsysteme in einer Diskussionsrunde

Ein Highlight des zweiten Tags war die Podiumsdiskussion zum Thema “E-Commerce Innovation Experience”. Die Podiumsteilnehmer waren Vertreter der Shopsysteme OXID e-Sales, Shopware, Prestashop, JTL und Plentymarkets. Während der kurzen Vorstellung der verschiedenen Systeme interessierte uns vor allem, wie die Shopsysteme sich selbst im Markt positionieren: Wer steht für groß skalierende Shops? Wem sind Schnittstellen wichtig? Wer investiert in VR und emotional Shopping? Dem Ein oder Anderen wird so die Wahl des richtigen Shopsystems definitiv erleichtert worden sein.

E-Commerce in der Modebranche: Die Aussagen von OUTFITTERY und About You

Weiter ging es mit dem Modeunternehmen OUTFITTERY, welches den Fokus auf die persönliche Modeberatung der Kunden legt. Früher wurde man im Kaufhaus beraten, heute gibt es dafür online Lösungen. Ausgebildete Stylisten suchen nach persönlichen Vorlieben Business- und Casual Outfits zusammen. OUTFITTERY betont aber wie wichtig Customer Service für sie ist: Der Kunde ist keine Nummer, denn nur wer den Lifecycle des Kunden versteht, kann auch passgenau seine Produkte am richtigen Zielmarkt anlegen.

Ähnlich sieht es auch das Konkurrenzunternehmen About You. Die Nutzung von Mobile Devices hat bei ihnen hohe Priorität. Während einer Bahnfahrt von 3 Stationen sollen Kunden Produkte finden und den Kauf abschließen können. Das Kauferlebnis wird individueller und schneller.

Zu guter Letzt stellte das Startup Swapper eine tolle App vor. Hochwertige Produkte, an denen man vielleicht keine Freude mehr hat, können einfach getauscht werden. Im Prinzip entwickelten Sie ein Tausch-Tinder. Gefällt dir ein Produkt, dann likest du es - gefällt dem Besitzer eines deiner angebotenen Produkte, kommt ein Deal zustande.

 

Zusammenfassend zeigt sich bei allen vorgestellten Unternehmen: Technikkompetenz vor Handelskompetenz. Egal ob eine eigene Digital-Abteilung aufgebaut wird oder eine Agentur beauftragt wird, E-Commerce ist kein Thema, das nebenbei läuft.

Für uns war die K5 wieder einmal eine spannende Konferenz mit vielen interessanten Neuerungen im Bereich des Einzelhandels. Gerade die Einblicke in die Erfolgsgeschichten der vorstellenden Unternehmen haben neue Blickwinkel auf den Markt eröffnet. Von den verschiedenen Lösungsmöglichkeiten konnten wir uns inspirieren lassen und nehmen den Input mit in unsere Agentur. Wir freuen uns unseren Kunden neue Ansätze vorstellen zu können und sind gespannt auf die K5 im nächsten Jahr.