René
06.07.2015 von René

Wie findet man einen guten Shopnamen und die Domain dazu?

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Sie haben noch keinen Namen für Ihren Onlineshop oder Ihr Unternehmen? Die Suche nach dem richtigen Namen sollte gründlich überlegt sein. Denn er beeinflusst nicht nur die Art und Weise, wie Ihr Shop bei potentiellen Kunden aufgenommen wird und wie Sie ihn bewerben können, sondern er kann Sie bei einer unglücklichen Wahl auch einschränken oder sogar zu rechtlichen Schwierigkeiten führen.

Die Domain des Shops ist das wichtigste

Erfahrungsgemäß genießt die de-Domain bei deutschen Kunden nach wie vor einen hervorragenden Ruf und sollte, wenn möglich, auch verwendet werden. Seit einiger Zeit wurde aber das Angebot verfügbarer Top-Level-Domains, also die Endung der Domains, erweitert. Mit Hilfe der neuen Endungen ist eine Präzisierung schon in der Domain möglich und die Verfügbarkeit des Wunschnamens ist wahrscheinlicher. Die Relevanz der neuen TLDs in Suchmaschinen ist laut Aussage von Matt Cutts, Ingenieur bei Google, den konventionellen Domainendungen gleich gestellt. Das bedeutet zwar nicht, dass man mit einer neuen Endung automatisch besser in den Ergebnislisten auftaucht, aber dass sich eine präzise Endung wie .bayern positiv auswirken kann.

Definitiv sollte der Name Ihres Webshops in der Domain wiederzufinden sein. Doch meist ist das gar nicht mehr so einfach. Die Anzahl an registrierten de-Domains wächst täglich und generische Domains sind meist nicht mehr verfügbar. Doch was bedeutet eigentlich „generisch“? Das Wort könnte man mit „beschreibend“ übersetzen und definiert eine Domain, die aus einem allbekannten Wort besteht und sich aus deren Namen heraus schon erkennen lässt, was der Kunde auf Ihrer Seite erwarten kann. Diese Art der Domain sollten Sie als Shopbetreiber aus verschiedenen Gründen bevorzugen. Schon der Aufwand des Marketings bei einem Fantasienamen ist ungemein komplizierter, da Sie mit Hilfe der Werbung dem potentiellen Kunden erst einmal erklären müssen, was Sie eigentlich verkaufen. Besonders zu Beginn, wenn das Budget für Werbung noch relativ gering ist, kann das die Erhöhung der Bekanntheit verzögern oder gar verhindern. Zudem werden sich die Kunden an eine generische Domain besser erinnern können, da er in direkter Verbindung zu deren Bedürfnis einfacher gemerkt und Schreibfehler vermieden werden können. Auch Type-ins, also direkte Adresseingaben des Kunden auf Verdacht können dafür sorgen, dass neue Kunden Ihren Webshop besuchen und dort verbleiben. Doch wie oben angesprochen ist die Wahl sehr eingeschränkt, denn besonders diese Domains sind in der Regel schon in Benutzung oder reserviert.

Wenn Sie auf eine geparkte Domain treffen, wird Ihnen meinst der Kauf dieser Domain angeboten. Hier haben sich mehrere Firmen ein Geschäftsmodell aufgebaut, indem Sie alle erst- und zweitrangigen Domainkombinationen reservierten und später zum Kauf anbieten. Sie sollten aber den Kauf einer geparkten Domain nicht ausschließen, denn der Domainname ist essentiell für ein gutes Onlinegeschäft und kann der bedeutendste Bestandteil Ihrer Markenbildung werden. Sollte sich mangels Alternativen herausstellen, dass Sie eine geparkte Domain kaufen müssen, wird ihr Wert anhand der Relevanz der Wörter, die sie beinhaltet, und der Länge bewertet. Der Preis einer solchen Domain kann von einigen hundert bis zu mehreren tausend Euro betragen. Hier sollten Sie abwägen, welche Möglichkeiten die Domain für die spätere Arbeit und Erweiterung des Geschäfts zulässt. Sie sollten die Bedeutung Ihrer Domain genau einschätzen. Auch wenn Sie zu Beginn nur eine bestimmte Produktart verkaufen, sollten Sie vielleicht trotzdem keine Domain wählen, die ausschließlich diese Art repräsentiert. Denn somit machen Sie sich eine spätere Erweiterung des Angebots um weitere und artfremde Artikel schwer, denn die angebotene Ware wird nicht mehr auf den ersten Blick ersichtlich.

Sollte der generische Name nicht mehr verfügbar sein, können Sie ihn mit gängigen Erweiterungen testen. Appends wie „24“ erhöhen die Chance, eine freie Domain zu finden, schwächen aber die generische Domain. Die Wahl zwischen Deutsch und Englisch hingegen kommt auf Ihre Zielgruppe an. Technikaffine Kunden zum Beispiel kommen mit englischen Begriffen wahrscheinlich einfacher zurecht und können so mit einer passenden generischen Domain abgeholt werden. Achten Sie bei einer Kombination aus mehreren Wörtern darauf, dass die Grammatik und Phonetik passt, damit man sich leichter an den Namen erinnern kann. Das wird den Kunden eventuell dazu bringen, die Adresse Ihres Shops direkt einzugeben und den Umweg über eine Suchmaschine zu überspringen, wo er eventuell über Mitbewerber und günstigere Produkte informiert wird. So sollten Sie auch übermäßig lange Domains vermeiden. Ideal wäre ein Wort oder die Kombination aus zwei generischen Wörtern, deren Gesamtlänge zirka zehn Zeichen nicht übersteigt. Vermeiden Sie auch Abkürzungen und lassen Sie, wenn möglich, Unternehmensformen wie „…-gmbh.de“ einfach weg. Vermeiden Sie auch die Schreibweise mit einem Bindestrich, sofern Sie nicht auch im Besitz der Domain ohne Bindestrich sind.

Neben der Ware, die Sie in Ihrem Shop anbieten, kann sich auch der Anwendungsbereich der Produkte wiederspiegeln. So können Sie eine positive Eigenschaft der Ware schon als Werbebotschaft in der Domain verpacken.

Es ist auch möglich, Domains mit deutschen Umlauten zu registrieren. Dazu raten wir aber aus zwei Gründen ab. Zum einen ist es den meisten Websurfern geläufiger, Umlaute auf Grund Ihrer Erfahrungen auszuschreiben. Somit werden Sie kaum Type-Ins generieren können. Weiter ist die Schreibweise mit Sonderzeichen nur eine Umschreibung einer codierten Domain, mit der zwar die meisten Browser und E-Mail-Programme zurechtkommen, aber viele Anwendungen besonders aus dem nichtdeutschen Raum nach wie vor Probleme aufweisen.

Die Mietpreise von Domains sind im Vergleich relativ gering. So sollten Sie bei Verfügbarkeit auch alle anderen Domainendungen reservieren. Haben Sie also eine de-Domain, registrieren Sie auch die com- und andere Varianten. Dies beugt vor, dass diese von Trittbrettfahrern registriert und benutzt werden, die dann den Bekanntheitsgrad Ihres Onlineshops ausnutzen. Weiter sollten Sie prüfen, ob es alternative Schreibweisen und gängige Tippfehler gibt, die die Eingabe Ihres Domainnamens erschweren. In diesem Fall sollten Sie auch diese Domains registrieren. Rechnen Sie pro Domain mit zirka einem Euro Miete im Monat. Die Kosten für diesen Kundenservice und Selbstschutz halten sich somit in Grenzen. Hinter jede alternative Domain sollten Sie eine Weiterleitung auf Ihre Hauptdomain schalten, so dass der Kunde seinen Tippfehler eventuell gar nicht bemerkt. Achten Sie aber auch auf die korrekte Weiterleitungsart, um Suchmaschinen nicht identische Seiteninhalte zu präsentieren und Ihre eigenen Besucherzahlen zu kanibalisieren.

Nachdem Sie eine freie Domain gefunden haben, sollten Sie prüfen, ob die Marke nicht schon beim deutschen Patent- und Markenamt eingetragen ist. Das verhindert rechtliche und urheberrechtliche Auseinandersetzungen mit eventuellen Markeninhabern. Denn diese haben in der Regel ein Anrecht auf die Herausgabe der Domain, auch wenn der Kern Ihres Geschäfts eine völlig andere Branche betrifft. Auf der Internetseite des DPMA finden Sie ein Rechercheformular, mit dem Sie die Wiedergabe der Marke prüfen können. Ist kein Datensatz vorhanden, spricht generell nichts gegen eine Registrierung und Benutzung der Domain(s). Hinsichtlich der eigenen Anmeldung als Marke sollten Sie einen Rechtsberater konsultieren, denn besonders bei generischen Domains scheitert die Anmeldung eines Namens wahrscheinlich am Fehlen einer eindeutigen Unterscheidungskraft.

Wie sieht es bei der Anmeldung einer passenden Gesellschaft für den Betrieb des Onlineshops aus? Prinzipiell muss der Name der betreibenden Gesellschaft nicht mit dem Domain- oder Shopnamen übereinstimmen. Haben Sie also eine „Max Mustermann Vertriebs GmbH“, müssen Sie diesen Namen nicht ändern. Steht Ihre Firma noch vor der Gründung, können Sie den Bezug zu Ihrem Onlineshop herstellen. Seitens der Amtsgerichte war auch lange nach dem Aufkommen der ersten Onlineshops eine Anmeldung unter dem Domainnamen nicht möglich. Diese Hürde wurde aber gekippt, so dass die Anmeldung einer GmbH oder UG unter dem Domainnamen nichts mehr im Wege steht. Die Angabe der vollständigen Domain verhindert dann meist auch die Anwendung der Regelung, dass Firmenbezeichungen keine Allgemeinbegriffe oder nur den Unternehmensgegenstand beinhalten dürfen (z.B. guenstiger.de GmbH ist erlaubt, guenstiger GmbH nicht).

Beispiel für die Suche einer passenden Domain

Als Anbieter von biologischen Nahrungsmitteln möchten Sie gesunde und leckere Produkte im Internet vertreiben. Sie haben also folgende Stichpunkte, die eventuell in Ihrer Domain auftauchen können: Bio, Essen, gesund, lecker, Versand. Alle Kombinationen dieser Wörter, die auch phonetisch und grammatikalisch passen, sind soweit vergeben. Aber welche Eigenschaft haben leckere Produkte? Sie schmecken! Also checken wir die Kombination „bioschmeckt.de“ und sehen, dass die de-Domain verfügbar ist (Stand: Juli 2015). Zudem sind auch alle anderen Domainendungen verfügbar und der Name ist frei von Umlauten. Doch passt die Domain auf die Art und Weise der Produktpräsentation und der Inhalte des Shops? Woran denken Sie bei „Bio schmeckt“? Eventuell können Sie mit Content Marketing auf die Erwartungen der Besucher eingehen. Mit Informationen über Anbau und Qualitätsmerkmale sowie Rezepten könnte man den Besucher auf die passenden Produkte leiten. Somit haben wir eine direkte Verbindung von Domain und Content, also Webseiteninhalt. Super! Hat der Domainname eine Relevanz bei Google? Sicherlich, denn schon in der Vervollständigung der Suchanfragen taucht immer wieder „schmeckt Bio besser“ auf. Das Suchvolumen scheint also nicht gering zu sein. Also haben wir trotz geringer Verfügbarkeit eine Domain gefunden, die alle Ansprüche abdeckt. Nun prüfen wir, ob eventuell „bioschmeckt“ als Marke eingetragen ist. Das Ergebnis auf der DPMA-Seite ist negativ, was auch zu erwarten war, da es sich hier um eine allgemeine Rede handelt, die zu wenig Unterscheidungskraft besitzt. Wir erkennen auf der Seite eine gescheiterte Anmeldung eines ähnlich klingenden Namens. Sofern Sie eine Kapitalgesellschaft gründen wollen, sollte auch der Name z.B. „bioschmeckt.de GmbH“ verfügbar sein. Eine kurze Suche bei Google (mit Anführungszeichen) zeigt keinerlei Ergebnis an. Da es im Netz viele Auskunfteien zu Melderegistern gibt, sollten bei Bestehen einer gleichlautenden Gesellschaft zumindest ein paar Ergebnisse auftauchen.

Mit etwas Kreativität und Glück können Sie mit den oben genannten Schritten den Grundstein Ihres Onlineshops legen und mit der Konzeption weiterer Elemente wie eines Logos und dem Aufbau des Onlineshops beginnen. Falls Sie Fragen zu diesem Thema haben, kontaktieren Sie uns.