René
19.06.2015 von René

10 Schritte zum erfolgreichen Onlineshop - für Gründer/innen und Start-ups

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Um einen Webshop zu starten, braucht es eigentlich nicht viel. So meint man es zumindest, wenn man der Werbung Glauben schenken darf. Schnell ein Logo gebastelt, die Artikel eingetragen und der Rest geht von selbst. Doch so einfach ist es nicht, denn dieses Beispiel zeigt, wie man es definitiv nicht machen sollte. Ein Erfolg, geschweige denn ein Gewinn von dem der Inhaber leben kann, wird ein so geplanter Shop nicht abwerfen. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Onlineshops in Deutschland dermaßen erhöht, dass man ohne eine sorgfältige Planung in der allgemeinen Masse untergeht und erst gar nicht in den Suchmaschinen auftaucht. Und ohne Besucher werden Sie Ihre Artikel nicht im Internet verkaufen.

Eine gute Planung kann den Start eines E-Commerce-Projekts vereinfachen und vermeidet Schwierigkeiten beim späteren Ausbau des Onlinegeschäfts und der Anbindung an externe Systeme. Damit Sie als Gründer im E-Commerce wissen, worauf es bei der Planung ankommt, werden wir zehn wichtige Themen in ausführlicheren Artikeln näher betrachten und weitere Tipps nennen.

Hilfreiche Informationen für Start-ups im E-Commerce

Was kostet ein Onlineshop?

Für einen funktionierenden Shop müssen Sie sich Gedanken machen, welche Funktionen die Shopsysteme wie zum Beispiel Oxid oder Shopware bieten und welche zusätzlichen Funktionen Sie benötigen. Spezielle Anforderungen verursachen Kosten, die in die Planung einfließen müssen. Die einfachste Lösung wären Mietshops bekannter Hoster. Bedenken Sie aber, dass Sie dann nur einer von vielen Shops sind, die alle sehr ähnlich aussehen und keine Besonderheiten zulassen. Auch viele technische Einstellungen lässt diese Massenware nicht zu. Die Einschränkungen, mit denen Sie dann leben müssen, werden Sie schnell an einem Ausbau und der Individualisierung hindern. Damit sparen Sie kein Geld, sondern verschieben die Investition in einen eigenen Shop nur und verdoppeln einen Teil Ihrer geleisteten Arbeit. Viele Grundsysteme werden auch ohne Lizenzgebühren angeboten, dann fehlt aber die technische Unterstützung und die Funktionalität ist in Details beschnitten. Sofern Sie auf eine so genannte Community Edition zurückgreifen möchten, fallen nur die Kosten für die Installation und Individualisierung an. Für solche von Agenturen aufgebaute Shops entstehen Arbeitskosten ab zirka 6000 Euro, dann aber mit Beratung und Programmierung von Profis. Solche Systeme sind nahezu ohne Grenzen erweiterbar, so dass Sie langfristig damit arbeiten und rechnen können. Dazu kommen monatliche Kosten für Server, Drittanbietersoftware und Zertifikate. Lesen Sie mehr dazu...

Wie viel Arbeit macht ein Onlineshop?

Gute Frage! Die Antwort darauf ist nicht trivial und hängt von vielen Faktoren ab. Wir gehen davon aus, dass Sie sich als Betreiber besonders in der Anfangszeit um viele Aufgaben alleine kümmern werden. Da liegt die Frage nahe, wie viel Zeit Sie investieren können und wie vielseitig Sie sind? Wie gut sind Ihre Computerkenntnisse? Können Sie die Bilder Ihrer Produkte selber anfertigen? Können Sie tagsüber das Telefon betreuen? Ihr Budget für den Aufbau und Betrieb Ihres Shops wird stark belastet, wenn Sie diese und ähnliche Aufgaben externen Firmen überlassen müssen. Trauen Sie sich das zu? Lesen Sie mehr dazu...

Wie viel Geld verdient man mit einem Onlineshop?

Die Antwort darauf können Sie bereits vor dem Start Ihres Onlineshops beeinflussen, denn Ihr Businessplan sollte diese Frage eigentlich schon geklärt haben. Es gilt die Regel: Verkaufen Sie etwas, was man so nur bei Ihnen kaufen kann auf eine Weise, wie nur Sie sie bieten können. Mit Werbung und einem breiten Angebot auf Marktplätzen wie Amazon und Ebay steigern Sie Ihre Bekanntheit. Das kann insgesamt ein Schlüssel zum Erfolg sein. Bieten Sie zudem einen guten Kundenservice an und bauen Sie sich einen guten Ruf auf. In der Anfangszeit wird ein kleiner Shop seine Kosten nicht decken, aber mit einer guten Anleitung steigt sein Gewinn proportional zur investierten Zeit und Hingabe des Unternehmers. Selbstverständlich muss sich Ihre Ware auch verkaufen lassen. Wenn Sie ausschließlich Saisonartikel wie Bademode verkaufen möchten, sollten Sie sich um ein zweites Standbein bemühen. Um von einem eigenen Onlineshop (gut) zu leben, kann es bei einer sehr guten Idee nur einige Wochen dauern. Ausgefallene Webseiten und Shops verbreiten sich im Netz wie ein Lauffeuer. In aller Regel muss man sich aber schon ein halbes Jahr und länger gedulden, um sich einen ausreichenden Kundenstamm aufzubauen. Viele Gründer beginnen Ihren Onlinehandel nebenberuflich. Das verringert zwar die finanziellen Risiken, verzögert aber in der Regel den Ausbau des Shops und kostet Sie wahrscheinlich einen Großteil Ihrer Freizeit. Lesen Sie mehr dazu...

Welches ist das richtige Shopsystem?

Die Wahl eines geeigneten Systems ist relativ einfach zu klären, wenn man die Anforderungen und finanziellen Möglichkeiten kennt. Meistens werden in Beratungsgesprächen mit Agenturen die Wünsche des Kunden geklärt und ein System ausgewählt. Derzeit bieten sich die Lösungen von Shopware und Oxid dank zeitgemäßer Features und einer sehr guten Entwicklergemeinschaft für einen Neustart an. Sie bieten schon in der kostenfreien Community Edition allerhand Werkzeuge, die man für einen erfolgreichen Betrieb eines Webshops braucht. Sind Individualisierungen nötig, muss die Suche nach einem passenden Shopsystem genauer besprochen werden. Alle Systeme haben ihre Vor- und Nachteile und die Funktionalität muss auf die vorhandene Situation abgestimmt werden. Die dazugehörigen Anpassungen auf individuelle Vorgaben sollten professionell umgesetzt werden können und machen moderne Shopsysteme besonders für Gründer und Webshop-Neulinge interessant. Bedenken Sie, dass mit einem eigenen Shop alle Türen in die Zukunft offen stehen. Vom Einsatz eines fertigen Hoster-Shops raten wir ab, da die Funktionen, Optimierungen zur Absatzsteigerung effektiv einzubinden, stark begrenzt sind. Lesen Sie mehr dazu...

Welche Partner und Dienstleister braucht man?

Ganz allein geht es dann aber doch nicht. Zumindest für die Hauptpunkte Bezahlung, Versand und Hosting brauchen Sie kompetente Partner. Hier lohnt sich ein Vergleich der Produkte, Verbreitung und Zuverlässigkeit der Partner. Welche Zahlungsarten möchten Sie anbieten und welche werden die Kunden benutzen? Wie lang ist die Paketlaufzeit und wie teuer ist der Versand? Welchen Hoster sollte man sich aussuchen und mit welchen Kosten ist zu rechnen? Diese Fragen werden wir detaillierter klären.

Was soll ich in meinem Onlineshop verkaufen?

Für gewöhnlich ist die Antwort auf diese Frage der Beginn der Überlegungen, einen Onlineshop zu starten. Denn nur mit einer guten Geschäftsidee lässt sich erfolgreich im Internet handeln. Viele Webshops bedienen Nischen und außergewöhnliche Branchen, in denen sich die Big Player wie Amazon oder Zalando noch nicht so richtig austoben. Meist besteht die Idee aus einer innovativen Vertriebsstrategie vorhandener Produkte oder außergewöhnlichen Produkten, für die es noch keinen Vertrieb im Internet gibt. Beide Situationen unterscheiden sich grundsätzlich und setzen verschiedene Herangehensweisen voraus. Passt Ihre Geschäftsidee zu einem dieser Fälle? Dann haben Sie gute Chancen!

Was macht die Konkurrenz?

Als Betreiber eines Webshops werden Sie in permanentem Wettbewerb stehen. Sie werden es nur schwer verhindern können, dass sich die Konkurrenz an Ihren Ideen orientiert, sobald klar wird, dass damit Geld zu verdienen ist. War es bisher der reine Preiskampf im Internet, der durch Vergleichsportale angefeuert wurde und ganze Branchen kaputt sparte, rücken wieder die aus dem stationären Handel bekannten Kriterien wie ein modernes Auftreten und die Beratung in den Mittelpunkt. Hier können Sie angreifen und sich in der Masse der Onlineshops profilieren. Doch Vorsicht! Sie sollten sich nicht ausruhen und müssen immer einen Schritt voraus sein. 

Wie finde ich den passenden Namen?

Eine verantwortungsvolle Aufgabe ist das Finden eines geeigneten Namens. Soll es ein künstlicher Name sein oder ein generischer, also ein Standardwort? Ist die dazugehörige Domain noch frei? Sie sollten sich genau überlegen, was der Name ausstrahlen soll und wie der Kunde versteht, was darunter gemeint ist. Trotz neuer Domain-Endungen genießt die de-Domain nach wie vor einen hervorragenden Ruf und sollte, wenn möglich, bei neuen E-Commerce-Projekten verwendet werden. Auch weitere ähnlich klingende Domains sollten wegen der Verwechslungsgefahr reserviert werden. Das Angebot Ihres Shops sollte sich in der Domain wiederspiegeln, dann müssen Sie nicht jedem erklären, was Sie eigentlich verkaufen! Mangels Verfügbarkeit kann auch der Kauf einer geparkten Domain eine Alternative sein.

Was muss man rechtlich beachten?

Da Sie eine Internetseite gewerblich betreiben, müssen Sie einige wichtige Informationen bereitstellen und sich an Richtlinien halten. Das Impressum und die Texte zum Datenschutz und Widerrufsrecht sind klar vom Gesetzgeber vorgegeben und können meist mit passenden Hilfsmitteln generiert werden. Anders sieht es bei Allgemeinen Geschäftsbedingungen aus, die auf Ihr Geschäft mit allen Eventualitäten zugeschnitten sein müssen. Kopieren Sie nicht einfach AGBs eines anderen Shops, denn Sie können sich damit in Teufels Küche bringen, falls sie Fehler oder Ungenauigkeiten beinhalten. Lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt beraten. Er korrigiert von Ihnen verfasste Texte und macht sie wasserdicht. Achten Sie zudem in den Beschreibungen der Artikel auf korrekte Form und verwenden Sie Logos und Produktbilder erst nach schriftlicher Genehmigung des Urhebers.

Diese Auflistung ist nicht vollständig und sehr allgemein gehalten. Gehen Sie auf Nummer sicher und lassen Sie Ihren Shop regelmäßig von einer kompetenten Person kontrollieren.

Welche Unternehmensform ist die Richtige?

Wie Sie Ihr Geschäft aufbauen möchten, hängt unter anderem vom erwarteten Umsatz und dem Haftungsrisiko ab. Auf Grund des unternehmerischen Risikos, welchem Sie als Shopbetreiber ausgesetzt sind, stellt sich die Frage, den Betrieb des Shops von der privaten Haftung zu trennen. Dazu gibt es die Möglichkeit, mit einer GmbH oder UG (haftungsbeschränkt) zum Beispiel bei hohen finanziellen Risiken Ihr privates Vermögen aus der Schusslinie zu nehmen. Eine falsche Einkaufspolitik und die Gefahr einer Abmahnung sind nur zwei Ursachen. Dank vereinfachter Anmeldeverfahren hat der Gesetzgeber mit der UG den Start-ups eine sinnvolle Gesellschaftsform mit einem weniger bürokratischen Anmeldeverfahren geschaffen.

In den kommenden Wochen werden wir die einzelnen Punkte in einem oder mehreren Artikeln genauer beleuchten und konkrete Beispiele aufführen. Seien Sie gespannt!

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Beitrag? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf!